Festanstellung vs. Unternehmensgründung

Veröffentlicht: Mai 22, 2012 von Ms. Tuesday Sophie in Know How, Start Ups
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Ich studiere BWL, weil ich später mal in der Wirtschaft arbeiten will. Das klingt logisch, aber  umso mehr sich das Studium gen Ende neigt, fragt man sich was man eigentlich wirklich machen will. Früher oder später muss man sich vielleicht auch mit dem Gedanken auseinandersetzen, ob man nach dem Studium lieber in eine Festanstellung übergeht oder es wagt ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine schwierige Frage!!

Risiko oder Sicherheit…

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, was man nach einem BWL-Studium alles so machen kann. Aber ganz entscheidend ist auch die Frage ob man lieber in der Selbstständigkeit oder als Festangestellter arbeiten möchte. Um dies herauszufinden, helfen Praktika die Einblick in die Arbeitsweise verschiedener Unternehmen ermöglichen. Ob in einem Großunternehmen oder im kleinen Start-Up, praktische Tätigkeiten zum Reinschnuppern helfen auf alle Fälle um die eigene Karriere besser zu planen und eine Idee davon zu bekommen, was man nach dem Studium machen möchte.

Eine Karriereoption nach dem Studium ist es in eine Festanstellung zu gehen. Dies ist sicherlich der „sicherste“ Weg von beiden Möglichkeiten. Zumindest ist durch eine feste Anstellung in einem Unternehmen ein regelmäßiger Gehalt zu erwarten, was Beiträge und Abgaben, für beispielsweise Sozialversicherung und  Rentenvorsorge, abdeckt.  Man muss sich um das Finanzielle definitiv weniger Gedanken machen, als wenn man als Selbständiger jeden Monat schauen muss wo das Geld herkommt. Für das Organisieren der Aufträge o.ä. sind meistens Vorgesetzte zuständig, sowie auch die Mitarbeiterfürhung. Die Urlaubstage sind fest vereinbart und es gibt bestimmte Arbeitszeiten, die in Realität sicherlich nicht unbedingt eingehalten werden, aber sie sind zumindest im Arbeitsvertrag geregelt.  Es sieht auf den ersten Blick nach festen Arbeitsstrukturen aus, die einem Einblicke geben in einen Erfahrungs-Pool der sich über Jahre hinweg entwickelt hat. Von vorhanden Kontakten und langjährig aufgebauten Netzwerken profitiert man auf jedem Fall.

Der Weg der Unternehmensgründung nach dem Studium, zählt wohl eher zu den risikoreicheren Methoden seine Brötchen zu verdienen. Es ist nie klar ob das Konzept aufgeht und die Idee auf dem Markt gut ankommt. Aber man ist sein eigener Chef, kann seine eigenen Ideen umsetzen und Kreativität ausleben. Freiheiten die man in einer festen Anstellung nicht hat, kann man sich hier nehmen. Sicherlich muss man dafür auf der anderen Seite auch Abstriche machen, zum Beispiel am festen Lohn, dem Urlaubsanspruch etc.. In meinen Recherchen bin ich auf eine sehr attraktive Förderung gestoßen, welche die anfänglichen Ängste und Unsicherheit beseitigen kann. Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Gründungswillige Studenten und Absolventen mit finanziellen Mitteln und einem Coaching zu ihrer Unternehmensidee und dem dazugehörigen Business Plan. Es lohnt sich definitv frühzeitig über Fördermöglichkeiten zu informieren wie in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technik. Es gibt viele Wege Unterstützung zu erhalten und dies motiviert dann vielleicht doch den einen oder anderen, direkt nach dem Studium sein eigenes Business zu gründen. Viele Hochschulen haben diesen Bedarf ebenfalls erkannt und probieren ihre Studenten möglichst schon während des Studiums bei der Gründungsphase zu unterstützen. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Gründungszentrum der Hochschule für Wirtschaft und Recht, die regelmäßige Veranstaltungen zum Thema Unternehmensgründung organisieren und auch persönliche Coachings durchführen. Eine gute Gelegenheit um Feedback zu der eigenen Idee zu bekommen und potentielle Investoren auf sich aufmerksam zu machen, ist außerdem die Teilnahme an verschiedenen Businessplanwettbewerben. Eine frühe Planung und das ständige Kommunizieren und Durchdenken der Idee erleichtert den Einstieg in die  Gründungsphase. Sicherlich gibt es letzendlich immernoch weniger Sicherheiten als eine Festanstellung, aber es hilft zumindest bei der Orientierung und nimmt vielleicht die Angst den Schritt zu wagen.

Beide Wege können sehr attraktiv sein und es hängt zuletzt von der Persönlichkeit jedes Einzelnen und den eigenen Karriere-Vorstellungen ab. Man muss sich klar darüber werden was man erreichen will und ob man bereit ist für Freiheit auf viel Sicherheit zu verzichten. Der eine Weg bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass der andere ausgeschlossen ist. Beides gleichzeitig oder erstmal für ein paar Jahre Berufserfahrung in einem Großunternehmen sammeln und dann in die Selbstständigkeit, ist genauso wenig ausgeschlossen wie andersrum.

Also eine ganz persönliche Entscheidung, aber ich hoffe ich konnte euch zumindest die Angst nehmen, den ersten Schritt zu wagen denn: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!!

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Kommentare
  1. Ich denke, dass man das alles auch aus einer anderen Perspektive sehen kann.
    Dieses Thema wurde heute auch im Themenfeld angesprochen und es wurde gesagt, dass einige Gründer es als risikoreicher empfinden würden sich in einem Angestelltenverhältnis zu befinden. Die große Abhängigkeit vom Arbeitgeber kann einen ganz schnell dazu bringen plötzlich nicht mehr seine Brötchen verdienen zu können.
    Was hältst du von diesem Ansatz, könntest du ihn auch teilen?

    • Julian "Hamburg" sagt:

      Der Gedanke von Luise ist gut. Ich denke auch ein gewisses Risiko hat man in beiden Situationen und jeder nimmt es anders war. Für mich persönlich müsste ich sagen, ist die Selbstständigkeit erstmal ein größeres Risiko, da man ja wirklich alles in seine Idee steckt und am Ende nicht weiss, ob überhaupt was raus kommt bzw. übrig bleibt.
      Natürlich ist es auf der anderen Seite aber auch viel reizvoller seine eigenen Ideen zu verwirklichen und sein eigener Chef zu sein.

      Ich denke eine gute Mischung machts. Wie du schon sagtest ruhig einige Praktika machen oder fest arbeiten, schliesst eine spätere Selbstständigkeit ja nicht aus und man kann evt. gute Kontakte knüpfen und Erfahrungen sammeln.

  2. Mir ist aufgefallen, dass man während der Nebenjobs und der Praktika zu wenig an sich selbst denkt. Es geht meistens nur darum, so viel wie möglich auf einmal zu schaffen und dass es einem möglicherweise Türen in einem größeren Unternehmen öffnet. Man folgt zu wenig dem was man wirklich will, nur aus Angst vor dem Risiko.
    In meinen Blogs https://realfounder.wordpress.com/2012/05/16/kennst-du-dich/#comment-132 und https://realfounder.wordpress.com/2012/05/23/der-weg-zum-traumjob/ schreibe ich über die oft vergessene Möglichkeit herauszufinden was man wirklich will.

  3. Ms. Tuesday Sophie sagt:

    Vielen Dank ihr Beiden, für die Denkanstöße! Ich stimme euch zu, sicherlich kann die Abhängigkeit vom Arbeitgeber auch ein gewisses Risiko darstellen. Beide Wege haben ihre Vor- und Nachteile. Ich glaube es ist abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit und was man selbst als Risiko definiert. Ein spannendes Thema, was großen Einfluss auf unsere Zukunft haben kann.

    Ich persönlich empfinde es auch, wie Julian, als beste Option sich ein wenig auszuprobieren. Sicherlich nimmt man dabei viele eigene Ansprüche für eine gewisse Zeit, bewusst in den Hintergrund. Aber ich denke es kann sehr dabei helfen herauszufinden was man machen will, Erfahrungen zu sammeln und vielleicht sogar seinen Traumjob zu finden!

  4. […] ihrem Blogbeitrag berichtete Sophie über die Entscheidung sich nach dem Studium eine Festeinstellung zu suchen oder sich viel […]

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