Urban Farming in Berlin: Die Prinzessinengärten

Veröffentlicht: Mai 4, 2012 von Jan in Berlin, Start Ups
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Pflanzen pflanzen PlakatNeulich, am 1. Mai, schlenderte ich über das MyFest in Berlin Kreuzberg und genoss Sonne, Atmosphäre und ein kühles Pils. Wer das MyFest kennt weiß, dass es immer jeder Menge zu sehen gibt: Das Fest ist bunt, es gibt viel zu sehen und man kommt aus dem Verarbeiten von neuen Eindrücken so leicht nicht mehr raus. Dennoch stach mir aus irgendeinem Grund ein Plakat in die Augen: Pflanzen pflanzen von den Prinzessinengärten am Moritzplatz.

Wahrgenommen habe ich das Plakat wahrscheinlich nur, weil in den vergangenen Monaten in den Medien immer wieder über „Urban Farming“, „Vertical Farms“ oder auch „Urban Agriculture“ berichtet wird. Neu ist die Idee eigentlich nicht, angeblich entstanden bereits in den Siebzigern erste „Community Gardens“ in New York. (Quelle: Spiegel Online) Doch so wirklich annähernd massentauglich wurde das Prinzip wohl erst in den letzten ein bis zwei Jahren.

Nun, die Prinzessinengärten sind ein Projekt der Nomadisch Grün gGmbH und wurden im Jahre 2009 nur durch die Mithilfe vieler Freiwilliger am Moritzplatz in Berlin Kreuzberg geschaffen:

„Wo über 60 Jahre eine Brachfläche war, wird heute eine große Vielfalt von Gemüse- und Kräutersorten mitten in der Stadt angebaut. Im Sommer 2009 haben wir damit angefangen, diese 6000 ungenutzten Quadratmeter vom Müll zu befreien und in einen lebendigen Nutzgarten zu verwandeln. In einem Bezirk mit hoher Verdichtung, wenig Grün und vielen sozialen Problemen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Nachbarn, interessierte Laien, passionierte Gärtner und Freiluftenthusiasten – mit einem Wort jeder, der will – in dieser sozialen und ökologischen Landwirtschaft in der Stadt gemeinsam mit uns Lernen, wie man lokal Lebensmittel herstellt und gemeinsam einen neuen Ort urbanen Lebens schafft.“

Besonders schön, den es zeigt, dass es noch immer funktioniert, ist dieser Teil der „Über Uns“-Seite der Prinzessinengärten:

„All das tun wir ohne daß es eine direkte Förderung für den Garten gibt . Er verdankt sein Entstehen dem uneigennützigen Engagement von Hunderten von Helfern, Unterstützern, Spendern und Freunden. Gemeinsam haben sie einen Garten geschaffen, der allen offen steht.“

Panorama der Prinzessinengärten

Panorama der Prinzessinengärten

Das das Thema in Allermunde ist erkennt man schon alleine daran, wenn man mal nach den Begriffen „Prinzessinnengärten Berlin“ bei Google BlogSearch eingibt. Bereits 7.300 Blogger haben über die Gärten berichtet – ein gar nicht schlechtes Ergebnis für ein lokales Projekt, dass noch keine drei Jahre existiert. Und dabei reicht das Interesse weit über die Grenzen von Berlin hinweg. So hat zum Beispiel Toby in seinem Blog „Kater’s Hobby“ über die Prinzessinnengärten berichtet und so eine rege Diskussion unter seinen Lesern ausgelöst.
Aber auch in nicht deutschsprachigen Raum erntet das Projekt viel Zuspruch – so berichtete auch Michelle erst kürzlich in dem Artikel „A Movable Fest: Berlin’s Community Garden“ über die Prinzessinnengärten und begeisterte damit die Leser des Blogs.

Bei der Karotten-Ernte

Bei der Karotten-Ernte

Mich erinnert das Thema an einen Gedanken, der mir beim Verfassen eines früheren Artikels über das Internetportal mundraub.org in den Sinn kam. Damals sinnierte ich darüber, ob es nicht möglich wäre einen „Erholungspark“ mit einem „sozialen Fruchtertrag“ zu verbinden und durch ein faires Miteinander dieses Projekt sich selbst tragen zu lassen. Im Prinzip genau das, was die Prinzessinnengärten machen…

Interessieren würde mich an dieser Stelle auch, in wie fern und in welchen Dimensionen es solche Projekte in anderen Metropolen gibt. Ein Thema, dem ich mich in meinem nächsten Freitags-Post widmen werde…mal schauen was die Welt zu bieten hat…

Nun, was ist mit euch? Seid Ihr ein Teil der Prinzessinnengärten oder ähnlichen Projekte?

Film über die Prinzessinnengärten bei Youtube:

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Kommentare
  1. Im aktuellen tip Stadtmagazin hab ich heute erst drüber gelesen. Ein tolles Projekt. Robert Shaw berichtet in dem Interview er hätte die Idee aus Kuba importiert, nach dem er dort als Student ein Jahr verbrachte.
    .

    • Mr. Friday Jan sagt:

      Hey Ben,
      das ja super – da muss ich mal die Augen aufhalten, dass ich die tip auch mal in die Hände bekomme….mit der Information, dass die beiden die Idee aus Kuba „kopiert“ haben passt es ja ganz gut auf mein Vorhaben in der nächsten Woche über Projekte in der ganzen Welt zu berichten…. .

      Grüße,
      Jan

  2. […] meinem letzten Artikel „Urban Farming in Berlin: Die Prinzessinengärten“ habe ich euch die Prinzessinengärten in Berlin vorgestellt. Ein urbaner Mitmach-Garten mitten […]

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