Schon mal ein Leben gerettet?

Veröffentlicht: April 27, 2012 von Jan in Start Ups
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Sie kommen als Stammzellenspender in Frage!“ stand in dem Brief, den der Vater meiner Patentochter, ein langjähriger Freund, in der letzten Woche erhalten hat. Das bedeutet anders formuliert soviel wie „Sie haben die Chance ein Leben zu retten!“. Die Wahrscheinlichkeit hierzu ist äußerst gering – je nach Markmalen liegt diese bei 1:20.000 bis zu 1: mehrere Millionen.

DKMS WerbungStammzellenspenden sind insbesondere dann notwendig, wenn ein Mensch an Leukämie, auch Blutkrebs oder Leukose genannt, erkrankt….und das passiert alleine in Deutschland circa 30 mal pro Tag. Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH hat es sich zur Aufgabe gemacht diesen Menschen zu helfen und geeignete Spender zu finden und zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden nun schon seit 1991 möglichst viele Menschen typisiert und, mit internationalen Spenderdatenbänken kombiniert, versucht für jeden erkrankten den richtigen Spender zu finden.

Nun, das ist ein tolles Projekt und ich möchte JEDEM von euch ans Herz legen euch ebenfalls typisieren zu lassen…darüber hinaus interessiert es mich aber auch wie eine solche Organisation entstanden ist…

Nun, das wichtigste vorweg: Meine lieben! Last euch typisieren! Das ist schnell gemacht, einfach HIER online registrieren, dann bekommt ihr ein Wattestäbchen zugeschickt, nehmt ein Speichel-Abstrich und schickt diesen zurück an die DKMS – fertig! Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass man als Spender in Frage kommt: Keine Panik – die Spende ist harmlos aber leider mit vielen Vorurteilen belegt. Die DKMS klärt dazu auf:

Trotz unserer Bemühungen die Öffentlichkeit über die Stammzellspende aufzuklären, existiert eine Reihe von Vorurteilen. Nachfolgend unterziehen wir die geläufigsten Vorurteile einem Fakten-Check.

1. Vorurteil/Falsch:
„Stammzellen werden dem Rückenmark entnommen.“

Fakt:
Rückenmark (ein Teil des zentralen Nervensystems) und Knochenmark (das wichtigste blutbildende Organ des Menschen) werden häufig verwechselt. Das Rückenmark des Spenders bleibt unberührt. Das Knochenmark bzw. die Stammzellen werden – wenn die Entnahme mit dem operativen Eingriff erforderlich ist – aus dem Beckenkamm entnommen. Die Entnahme erfolgt unter Vollnarkose.

2. Vorurteil/Falsch:
„Für die Stammzellspende ist immer eine Operation nötig.“

Fakt:
Neben dem operativen Eingriff – der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm – gibt es eine weitere Möglichkeit, Stammzellen zu spenden: Mit ca. 80 % ist die sogenannte periphere Stammzellentnahme sogar die am häufigsten durchgeführte. Dabei werden Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt. Dies geschieht ambulant ohne Narkose.

3. Vorurteil/Falsch:
„Wenn ich Stammzellen weggebe, dann fehlen sie mir irgendwann einmal.“

Fakt:
Der Körper bildet die Stammzellen innerhalb von zwei Wochen neu. Das Verfahren ist mit einer Blutspende vergleichbar und führt nicht zu einem dauerhaften Verlust der Stammzellen.

Quelle: DKMS, VORURTEILE UND FAKTEN

Also, gebt euch ein Ruck, lasst euch typisieren und denkt immer daran: Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland jemand an Leukämie – das kann auch euch oder einer euch nahe stehenden Person passieren. Würdet ihr euch dann nicht auch wünschen, dass sich möglichst viele Menschen typisiert haben?

Mechtild Harf

Mechtild Harf

Nun, mich hat aber noch interessiert wie es dazu kommt, dass eine Organisation wie DKMS gegründet wird. Die Information war nicht schwer zu finden, aber leider mit tragischem Hintergrund:

Auslöser war 1991 das Schicksal der leukämiekranken Mechtild Harf, die eine Stammzelltransplantation benötigte. Damals waren in Deutschland nur 3.000 Spender registriert und einen Spender im Ausland zu finden war damals noch nahezu unmöglich. Die Gründung der DKMS erfolgt durch Mechtild Harfs Ehemann und den behandelnden Arzt…in der Hoffnung Mechtild retten zu können. Leider verstarb Mechtild noch im Jahr der Gründung, doch die DKMS-Gründer hielten an ihrer Idee fest und retten seitdem zahlreichen Menschen das Leben. Heute hat die DKMS über 2,6 Millionen Spender um knapp 12 DKMS-Spender täglich kommen als Spender in Frage. Ein unglaublicher Erfolg – zum einen menschlich, zum anderen aber auch ein unglaublich erfolgreiches Social Business!
Was ist mit euch? Kanntet ihr die DKMS? Habt ihr euch schon mal mit Leukämie beschäftigt…und….seid ihr typisiert?

Link zur DKMS Registrierung: https://www.dkms.de/home/de/spender-werden/registrierung.html

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Kommentare
  1. Sofia sagt:

    Hallo Mr. Friday Jan,

    ich finde es schön, dass du über ein so wichtiges Thema berichtest.

    Ich bin vor 5 Jahren „ein Teil des Puzzels“ geworden. Ich hatte mich damals typisieren lassen, nachdem der Aufruf dazu in der lokalen Presse kam. Ich kann nur zustimmen, dass es wirklich nicht schlimm ist.

    Bislang konnte ich zwar noch keinem helfen, aber wer weiß – vielleicht erhalte ich auch mal einen Brief und kann ein Leben retten.

  2. Ms. Tuesday Sophie sagt:

    Hallo Jan,
    vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Ich muss sagen, das hat mich schon ein wenig berührt.
    Ich werde mich nochmal mit dem Gedanken beschäftigen und vielleicht werde ich es auch machen, denn die Idee ist wirklich toll und auch dass man damit ein Leben retten kann.
    Bist du selbst auch ein Spender, bzw. hast du es schon einmal gemacht?

  3. Mr. Friday Jan sagt:

    Hallo ihr beiden und danke für eure lieben Kommentare,

    schön zu hören, dass ihr bereits „ein Teil des Puzzles“ seid bzw. darüber nachdenkt. Ich bin auch bereits seit einigern Jahren typisiert…das Glück wirklich jemanden helfen zu können, hatte ich bisher aber leider nicht.

    Ich habe am Anfang meines Studiums mal ein Vortrag über die DKMS gehalten und über das Thema Stammzellenspende informiert…ich dachte, dass die Zuhörer davon doch alle begeistert sein müssen unbedingt auch spenden wollen. am Ende war ich eher geschockt: Nur ca. ein Drittel der Anwesenden gab an mal darüber nachdenken zu wollen sich typisieren zu lassen.

    Ich kann noch heute nicht wirklich nachvollziehen wieso der Andrang nicht höher ist. Die einzige Erklärung die mir einfällt ist, dass es wirklich die Angst ist, dass dabei was passieren könnte. Aber das sind in der Regel alles Gerüchte und Vorurteile (siehe Artikel) – in Wahrheit ist die Typisierung ungefährlich und einfach und auch die Spende nahezu risikofrei … sollte da nicht jeder das Bedürfnis haben sich typisieren zu lassen?

    Liebe Grüße,
    Jan

  4. Julian "Hamburg" sagt:

    Hey Jan,

    echt cooler Artikel. Auch ich bin seit einigen Jahren nun schon typisiert und kann auch nur jedem sagen: „Last euch typisieren!“
    Mann muss sich nur mal in die Lage derer versetzen, die auf eine Spende angewiesen sind. Man kann damit einfach Leben retten und eine Spende heisst wie gesagt ja nicht immer gleich Operation.
    Ich denke, dass viele immer gleich einen großen Eingriff hiermit assoziieren und somit eine große Scheu davor entsteht.
    Guter Artikel, gutes Thema…weiter so..;)

  5. Vorurteile hin oder her…ich denke, dass selten jemand darüber nachdenkt ein Leben zu retten, wenn er nicht selbst oder durch die Familie betroffen ist. Schade!
    Aber ich bin dabei! Danke für die klare Ansage;)

  6. anton2you sagt:

    Spannend wie kontrovers ihr das Thema diskutiert! Ich habe mich gerade sehr ausführlich mit dem Thema Organspende bzw. Organspendeausweise beschäftigt, da ich an einem Wettbewerb Teilgenommen habe, bei dem es darum ging ein Plakat für die Jungen Helden zu entwerfen. Das Briefing zeigte einen ganz wichtigen Punkt, den ich auch selber unterschreiben würde. „Entscheidend ist die Entscheidung“!!! – Es geht nicht darum (und gerade den Jungen Helden nicht) die Leute dazu zu überreden Organe zu spenden, sondern klar zu machen, dass man die Entscheidung treffen sollte, damit niemand anders sie für einen trifft bzw. treffen muss.

    Auch nach einer langen Auseinandersetzung mit dem Thema habe ich keine klare Meinung ob JA oder NEIN. Trotzdem habe ich einen Organspendeausweis und auf dem ist JA angekreuzt.

    • Mr. Friday Jan sagt:

      Moin anton2you,

      ja…das mit dem Organspendeausweis ist auch eine super spannende und wichtige Sache. Glücklicherweise gab es jetzt ja ganz aktuell die Entscheidung, dass alle ab 16 über das Thema informiert werden. Ich denke das ist ein großer Schritt in der Sache – schade aber, dass solche Themen wie die Stammzellenspende ganz ausser acht gelassen werden. Interessant wäre doch, wenn es die Kassen schaffen in regelmäßigen Abständen über die deutschen Hilfsmöglichkeiten zu informieren….

      Nun, zurück zur Organspende: Ich habe bisher immer mal wieder über das Thema nachgedacht aber mich bisher geschickt davor drücken können. Irgendwie ist das Thema mit so einem Unwohlsein belegt…. . Nun, aber ich hoffe, dass sich das ändert sobald ich den Brief von meiner Krankenkasse bekomme…und ich dann auch ein JA ankreuze 😉

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