Wenn man muss, dann muss man!

Veröffentlicht: April 10, 2012 von Ms. Tuesday Sophie in Social Entrepreneurs
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Mutter Natur hat den Menschen so geschaffen, dass er einfach ab und zu mal muss und zwar auf Toilette. Jeder weiß wie überaus wichtig dieses natürliche Bedürfnis manchmal ist. Somit kann die Frage: „Wo ist die nächste Toilette??“ in mancher Situation durchaus zur gefühlt lebensnotwendigen Thematik werden. In einem hochentwickelten Land wie Deutschland sollte dies nicht zu einer aussichtslosen Situation werden, denn auf Grund der guten Ausstattung mit öffentlichen Toiletten, kann fast jeder seinem Wunsch nachgehen egal wo er ist.

Viel schwieriger wird dies allerdings wenn wir uns in einem Land befinden in dem es nicht mal fließendes Wasser gibt, von einer funktionierenden Infrastruktur ganz zu schweigen. Kenia zählt zu einem dieser Länder, aber die menschlichen Bedürfnisse bleiben die gleichen. Durch die hohe Kriminalität und den Drogenhandel werden ‚stille Örtchen‘  allerdings zu alles anderen als einem sicheren und ungestörtem Rückzugsort.

David Kuria ist ein real founder, ein echter Entrepreneur der sich diesem Problem angenommen hat, mit einer Vision die alles antreibt , sein Ziel –  „a world that offers social equity“ . Die Zahlen sind erschreckend, 2.5 Milliarden Menschen – mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung, müssen ohne Latrinen und Abwasserentsorgung auskommen. Jeden Tag sterben laut UNICEF fast 3.000 Kinder unter 5 Jahren an Durchfallerkrankungen, weil sie unter anderem keinen Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen hatten. Viele Krankheiten wie Cholera breiten sich in diesen Ländern aus und die Toiletten die es gibt werden zu kriminellen Umschlagplätzen. Eine bittere Wahrheit für die Bevölkerung von Afrika. Es ist eine Frage der Menschenwürde diesen Zustand zu ändern. Mr. Kuria tut dies durch unternehmerisches Handeln und startet das Projekt ‚Ikotoilets‘ in Nairobi. Doch wie kriegt man es hin in einem Land das Toiletten als Tabu-Thema ansieht eine Geschäftsidee mit öffentlichen Toiletten zu starten?

    Iko-Toilet

Das Leitmotiv erscheint auf den ersten Blick fragwürdig: „We intend to make a sanitation a beauty, sexy and fashion product“. Nie würden wir in unserem Wortgebrauch, ‚sexy‘ und ‚Toilette‘ in einem Satz verwenden. Doch David Kuria möchte etwas Neues schaffen um Kenia zu helfen, ein anderes Denken entwickeln, eine neue Chance auf Würde die schon bei dem natürlichstem Bedürfnis anfängt. Er ist Architekt und entwickelte Toiletten-Häuschen die sich von der tristen Umgebung abheben und die man eher mit einem Restaurant verwechseln würde als mit einer

einfachen Toilette. Die Benutzung kostet 5 Cent, wofür der Kunde sauberes, fließendes Wasser, eine Dusche, Handtücher und Seife bekommt. Viel wichtiger ist dabei allerdings die Hygiene. Ein Angestellter sorgt für ständige Sauberkeit und somit auch Sicherheit und Überwachung. Es wird dadurch ein Ort geschaffen der für jeden zugänglich ist und für ein kleines Entgelt, mehr als nur für ein dringendes Bedürfnis Befriedigung schafft. Um das Verständnis für diese Idee in der Bevölkerung zu wecken, wurde Miss Kenia zur Eröffnung eingeladen. Und plötzlich sieht man, wenn eine wahre Miss sich mit einer Toilette fotografieren lässt, wie sexy es sein kann und wie viel Schönheit und Zukunft diese Idee birgt.  Natürlich ist David Kuria nicht nur ein Visionär und Wohltätiger, er ist ganz entscheidend auch ein Social Entrepreneur, was bedeutet er betreibt ein Business das möglichst profitabel sein sollte. Damit die Ikotoilets diesen Maßstäben gerecht werden, wird der Weg zur Toilette mit nützlichen Shops gestaltet. Warum nicht gleich noch ein paar Einkäufe erledigen können oder fix die Schuhe putzen lassen wenn man gerade da ist? Aus dem kleinen Toiletten-Häuschen das eigentlich nur ein Bedürfnis befriedigen soll, wird eine Toiletten-Mall die als Treffpunkt genutzt werden kann. Zusätzlich arbeiten in manchen der Ikotoilets Menschen mit Behinderung, die somit die Möglichkeit haben Geld für ihre Familie zu verdienen, um Essen zu kaufen und den Kindern den Schulbesuch zu finanzieren. Ein durch und durch soziales Business das auch zukünftig eine erfolgreiche Entwicklung vor sich hat. Das neuste Konzept des Gründers ist es durch die menschlichen Abfälle Biogas zu produzieren, womit das Toiletten-Haus sich bald selbst finanzieren kann und für die Region kostenlos eine echte Bereicherung darstellen würde. Ein Business, das praktisch ist und vielen Menschen vielleicht eine bessere Zukunft ermöglichen wird.

Somit führen eine simple Idee, ein natürliches Bedürfnis und eine sexy Vermarktung dazu, dass viele Menschen ein Stück mehr Lebensqualität und Würde erhalten. David Kuria, hat es geschafft als Social Entrepreneur ein profitables Business zu gestalten, welches den Leuten so unendlich viel gibt auch wenn es nur darum geht dass ein Ort geschaffen wird, der wichtig ist wenn man eben mal muss.

     David Kuria – Social Entrepreneur

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Kommentare
  1. bensonx sagt:

    ja, ein sehr gelungenes social entrepreneurship! ich musste hier an eine TV -reportage denken. wo es im auch um hilfe zur selbsthilfe zum thema hygiene in afrika „nur“ durch toiletten ging.
    http://www.sodi.de/nc/projekte/namibia/namibia_600_trockentoiletten/?sword_list%5B0%5D=toiletten

  2. sophiesnow sagt:

    Hi Ben,
    vielen Dank für deinen Kommentar! Du hast Recht, es ist ein gelungenes Business und noch dazu zeigt es uns was es heißt sozial zu wirtschaften. Die Trockentoiletten die auch in Afrika errichtet werden sind ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, wie einfache Ideen und Projekte Menschen in Not helfen können. Man glaubt es zwar nicht, aber Hygiene ist das Wichtigste überhaupt wenn es um Entwicklungshilfe geht. Durch Schmutz und keine sanitären Einrichtungen sterben viele Menschen an Krankheiten, die Trockentoiletten helfen durch einfache Mittel. Man muss allerdings unterscheiden, dass diese ein Selbsthilfe-Projekt sind und es ja mehr um die Idee und Herstellungsart geht. Hinter den Ikotoilets steht ein Entrepreneur mit einem Konzept, dieses soll natürlich möglichst profitabel sein. Aus diesem Grund ensteht ja auch Potential um den Ikotoilet-Gedanken, was man am Stichwort Toilet-Mall und Entwicklung von Biogas sieht.
    Aber es ist beides beispielhaft wie Social Business funktionieren kann und faszinierend wie mit so einfachen Dingen so vielen Menschen geholfen wird. In deinem Artikel über 1-Laptop per Child sieht man das gleiche. Man merkt auf alle Fälle wieviel Unternehmertum dahinter steckt und wieviel Engagement es erfordert Ideen die ‚anders‘ sind einem Markt zu verkaufen.

  3. […] a major focus on social issues and connect this with an Entrepreneurial idea. Projects like the Ikotoilets and One laptop per child are great examples for […]

  4. […] Aspekten, verknüpfen? Eine schwierige Sache, aber doch nicht unmöglich was uns Beispiele wie Ikotoilets, One Laptop per Child oder Big Brother Mouse beweisen. Zu diesen Anforderungen kommt dann aber […]

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